Unsere Sammlungen
Ein aussergewöhnliches Erbe
Die Sammlungen des Geschichtsmuseums Wallis umfassen rund 50 000 Objekte, darunter seltene, ja einmalige Stücke, oft von internationaler Bedeutung.
In den Räumen des Museums schildern rund tausend sorgfältig ausgewählte Objekte die Geschichte des Wallis, von den ersten menschlichen Spuren bis heute. Diese Zeugen der Vergangenheit entsprechen aber nur einem kleinen Anteil der Sammlungen. Das Geschichtsmuseum Wallis konserviert insgesamt rund 50 000 Objekte. Sie alle erzählen auf ihre eigene Art und Weise die Geschichte dieser Gegend. Aufgrund ihrer Seltenheit haben gewisse Artefakte ausserdem eine viel weitläufigere kulturerbliche Bedeutung.
Dank den archäologischen Ausgrabungen, die im Wallis seit dem 19. Jahrhundert durchgeführt werden, wurden zahlreiche Überreste und Objekte entdeckt. Die aussergewöhnlichste Objektgruppe, eine wahre Referenz für das europäische Neolithikum, bilden die anthropomorphen Stelen, die an den Orten Petit-Chasseur und Don Bosco gefunden wurden. Aber auch die Bronzezeit ist gut vertreten: Auf dem Gebiet des heutigen Wallis gab es zahlreiche Kupferminen, und es wurden solch aussergewöhnliche Gegenstände hergestellt, dass in der Archäologie der Begriff der «Rhonekultur» geprägt wurde. Das Geschichtsmuseum Wallis ergänzt seine prähistorischen und antiken Sammlungen bei archäologischen Ausgrabungen und mit Anschaffungen. Eine repräsentative Auswahl der gallorömischen Sammlungen ist in der Fondation Gianadda in Martinach zu sehen.
Die mittelalterlichen Sammlungen bestehen teilweise aus Leihgaben des Domkapitels Sitten, das seit 1883 die Räume in der ehemaligen Burganlage Valeria zur Verfügung stellt, wo das Geschichtsmuseum beheimatet ist. Zu den bemerkenswertesten Artefakten, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind, gehören liturgische Truhen aus dem 13. Jahrhundert, Fragmente von Textilien aus dem Hochmittelalter sowie ein mit einem Adler verzierter Schild, den Experten als das schönste erhaltene Exemplar mittelalterlicher Heraldikkunst bezeichnen.
Das Geschichtsmuseum Wallis konserviert zudem eine der vollständigsten Münzensammlungen des Wallis, ausserdem Uniformen von den meisten europäischen Höfen aus dem Zusammenhang des Söldnertums, Artefakte, welche an die prachtvollen Innenausstattungen der Aristokratie im Ancien Regime erinnern, sowie Gegenstände aus dem harten Alltag der Bergbauern und der Arbeiter der ersten Schwerindustrie des Kantons.
Gewisse früher erworbene Stücke entsprechen nicht mehr der heutigen Sammlungspolitik des Museums, welche sich auf das Wallis konzentriert, namentlich eine Sammlung, die Édouard Guigoz dem Museum vermachte. Sie ist vollständig online einsehbar und umfasst rund 3 700 Antiquitäten aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten.
Da nur eine geringe Anzahl von Objekten öffentlich ausgestellt ist, wird die gesamte Sammlung schrittweise auf der Plattform Vallesiana verfügbar gemacht, damit sie über das Internet eingesehen werden kann.
Sammlung Guigoz
Antiquitäten aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten
Das Geschichtsmuseum des Kantons Wallis verwahrt eine Sammlung von Antiquitäten aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten, die dem Kanton 1970 von Edouard Guigoz vermacht wurde.
Die Sammlung umfasst mehr als 3’700 Objekte aus Glas, Ton, Metall und Stein und wurde zwischen 1930 und 1970 ohne Berücksichtigung der archäologischen Herkunft der Objekte zusammengetragen.
Dank der finanziellen Unterstützung des Bundesamts für Kultur und von Michelle Guigoz, Patenkind des Sammlers, konnte das Geschichtsmuseum Wallis die Sammlung zwischen 2019 und 2021 untersuchen. Heute ist sie online zugänglich, sowohl für wissenschaftliche Forschung als auch für mögliche Rückgabeanträge.
Unterlagen
Erforschen und bewahren
Alle Bestände der Walliser Kantonsmuseen unterstehen der Verantwortung der Sektion Sammlungen, welche deren Verwaltung und Konservierung gewährleistet.
Das Konservierungsteam sorgt für die langfristige Konservierung der Sammlungen der Walliser Kantonsmuseen. Die Sammlungen umfassen Objekte verschiedenster Art, wie Gemälde, Möbel, Textilien, archäologische Gegenstände und natürliche Exemplare. Diese erfordern besondere Aufmerksamkeit, um die Zeit zu überdauern.
Vorbeugende Konservierungsmassnahmen schützen gegen Faktoren, die Veränderungen an den Objekten verursachen können, wie Schwankungen des Raumklimas oder mechanische Einwirkungen. Sie beugen Schädigungen durch Licht, Insekten und Parasiten vor. Im Rahmen der Lagerverwaltung überprüft die Sektion Sammlungen ausserdem die optimalen Lagerbedingungen für die Objekte und kontrolliert regelmässig die Lagerräume.
Die Sektion Sammlungen gibt bei Ausleihanfragen und Neuanschaffungen Vormeinungen ab, indem sie Zustandsprotokolle erstellt. Ausserdem bereitet sie die Objekte für Transporte vor und für die Einlagerung unter geeigneten Bedingungen. Sie organisiert auch die Objektlogistik im Zusammenhang mit Ausstellungen, beispielsweise den Transport oder die Ausstattung mit einem geeigneten Sockel.
Ein Fotostudio erstellt die fotografische Dokumentation der Objekte in Ergänzung zu den wissenschaftlichen und administrativen Daten, welche von den Inventarbeauftragten in jedem der drei Walliser Kantonsmuseen erstellt werden.
